Vorwort zur neusten Auflage
Vorwort zur 3. (überarbeiteten) Auflage
Bei der vorliegenden Fassung des Ordners „Transkulturalität – Migration – Integration“ handelt es sich um die 3. (inhaltlich überarbeitete/erweiterte und aktualisierte) Fassung.
Neu an der 2. Version war die kritische Auseinandersetzung mit dem Begriff Integration, der in den letzten Jahren in der öffentlichen Diskussion von Personen und Gruppierungen unterschiedlichster politischer und weltanschaulicher Richtung verwendet wird und damit immer diffuser geworden ist. Alle sprechen von Integration und alle meinen etwas anderes.
Aus diesem Grund wird v.a. von politisch linker Seite und von MigrantInnen-Organisationen (hier sind besonders die Organisationen von Secondos/Secondas und/oder Terzos/Terzas zu nennen – s. beispielsweise www.secondos-plus.ch) zunehmend mehr mit dem Begriff der Partizipation von (niedergelassenen) Ausländerinnen und Ausländern operiert. Die Situation in der Schweiz zeigt sich hier als sehr heterogen: Verwiesen sei hier insbesondere auf die Diskussionen in verschiedenen Kantonen und Gemeinden zum Thema „Aktives und passives Wahlrecht für Ausländerinnen und Ausländer“, was sehr unterschiedlich diskutiert und gehandhabt wird.
In der vorliegenden 3. Fassung wurde neu grundsätzliche Literatur zum Thema Diversity Management aufgenommen, sowie alle Literatur- und Internetangaben überprüft und aktualisiert.
Zum Abschluss noch Grundsätzliches zum Gebrauch dieses Ordners:
Transkulturalität ist ähnlich wie Ethik ein Querschnittsthema, das je nach behandeltem Thema starke Relationen zu anderen Bezugswissenschaften aufweist (Kulturwissenschaften, Philosophie, Ethnologie, Soziologie, Psychologie, Politik, Rechtswissenschaften, Geschichtswissenschaften, Kommunikationswissenschaften, Medizin etc.). Es ist von daher von Vorteil, sich innerhalb dieser Bezüge auf Schwerpunktthemen zu konzentrieren und transkulturelle Themen mit einem solchen Fokus exemplarisch zu vertiefen.
Transkulturalität ist zudem ein Thema, das stark mit der Reflexion von Haltung und Einstellung zu tun hat. Es geht nicht nur um fachliches Wissen, sondern auch (und in meinen Augen sogar: primär) um die (selbst)kritische Auseinandersetzung mit den eigenen persönlichen Überzeugungen im Umgang mit Fremdheit und Fremdem. Aus diesem Grund sind dem Anspruch von Evidenz und evidenz-basiertem Wissen bei diesem Thema gewisse Grenzen gesetzt.
Und schliesslich: Dieser Ordner ist zum grossen Teil „nur“ ein kritisch gesichtetes Quellen- und Literaturverzeichnis. Die persönliche und systematische Auseinandersetzung (z.B. in einem NDK oder NDS, in einem MAS-Studiengang, wie sie beispielsweise vom WE`G in Aarau oder der HSLu Soziale Arbeit in Luzern angeboten werden) kann damit nicht ersetzt werden.
Luzern, Mitte September 2010
Christine Gleicher
